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Saison reloaded (03.03.2011)

Das Schöne (und Schreckliche) am Fußball besteht darin, dass er so wunderbar unlogisch sein kann.

Tag eins nach dem Pokalhalbfinale, Rückblende:

Bayern hatte seit 20 Jahren keine 2 Pflicht-Heimspiele nacheinander verloren. Bayern war 10 Jahre lang in Pokalheimspielen unbesiegt.

Schalke hatte jüngst gegen den Tabellenletzten verloren und war intern wieder munter mit der Selbstzerfleischung beschäftigt. Der eigentlich bereits ausgemusterte und als “Verlegenheitskauf” geschmähte Hans Sarpei würde gegen den Bayern-Superhelden Robben verteidigen müssen. Und zu allem Unglück verletzte sich auch noch Jan-Klaas Huntelaar beim Abschlusstraining.

Aber: Schalke hat in München 1:0 gewonnen. Und das unter dem Strich auch völlig verdient.

Mit dem Einzug in DFB-Pokalfinale muss – nach dem sensationellen zweiten Platz  im letzten Jahr – nun auch die aktuelle Saison endgültig als gelungen angesehen werden.

Denn trotz Umbruchs ist die Mannschaft nicht nur haushoher Favorit im Pokalfinale gegen den Zweitligisten MSV Duisburg, sondern hat nach dem 1:1 Hinspielergebnis in Valencia zudem sehr gute Chancen, auch in der Champions League die nächste Runde zu erreichen. Schalke ist damit die einzige deutsche Mannschaft, die noch in allen drei Wettbewerben vertreten ist. Wen mag da noch Platz 10 in der Bundesliga stören?

Alle notorischen Magath-Gegner natürlich, welche die Stimmung schon seit Saisonbeginn mit Untergangsszenarien zu vergiften suchen.

Exemplarisch betrachtet seien hier nur die geistigen Ergüsse des selbsternannten Fußballfachmanns Heiko Buschmann, dessen profilneurotischer Rachefeldzug gegen Felix Magaths Missachtung sich durch jeden seiner Reviersport-Artikel über Schalke 04 zieht. Eben jener Buschmann hatte bereits im Oktober 2010 mit gewohnter Hellsichtigkeit befunden: “Hans Sarpei und Atsuto Uchida sind Fehleinkäufe, denen Magath schon jetzt nicht mehr vertraut.” Und weiter: “Raul ist zu langsam, um sich den Widersachern zu entziehen. Die Wadenbeißer-Mentalität vieler Abwehrracker in der Bundesliga behagt dem einstigen Weltstar aus Madrid nicht.” Buschmanns Fazit: “Raul ist ein Super-Flop”.

Im Unterschied zu Buschmanns ganz privatem Universum schoss in der für alle anderen wahrnehmbaren Realität der wie immer vorbildlich arbeitende Raul den S04 auch gestern mal wieder ins Glück, während Sarpei Robben ebenso kalt stellte, wie Uchida Ribéry.

Aber das Schöne (und Schreckliche) am Fußball besteht ja darin, dass er so wunderbar unlogisch sein kann.

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Donnerstag, März 3rd, 2011
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